verwilderte

Geschichten aus drei erfundenen Leben
 

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Die Truhe der unbegrenzten Möglichkeiten

Pim und Mipp waren schon eine Weile unterwegs, als eine Kiste den Hobgoblin in Pims Gehirn ins Schwitzen brachte. Die beiden Goblins entdeckten die Truhe nahezu gleichzeitig. „Mach du sie auf!“ rief Pim aufgeregt. „So lange wir sie nicht öffnen, könnte alles drin sein!“ Der Hobgoblin in Pims Gehirn zügelte sich und zwang damit Pim, nicht vor Freude herumzuhüpfen. „Mach sie auf gar keinen Fall auf“, sagte sie stattdessen und nickte Mipp zu. „Unermessliche Reichtümer“, begann Mipp seine Vorstellung mitzuteilen. Der Hobgoblin wurde nervös und wackelte mit seinen Fingern in der Luft. „Doch, mach sie auf! Mach sie auf!“ Der Hobgoblin gestattete es Pim ein wenig zu zappeln. Mipp betrachtete die Kiste. „Ein Tor in eine Welt voller Käse!“ Pim betrachtete Mipp. „Magst du Käse?“ „Alles was man mit Käse überbackt, schmeckt doppelt so lecker.“ „Und nach Käse“, fügte Pim hinzu. Mipp zog währenddessen zwei Würfel aus seiner Tasche und betrachtete sie eine Weile, ehe er einen davon an Pim reichte. „Hier, das ist deiner“, sagte er und hielt ihr den rechten der beiden Würfel hin. „Ich will den anderen“, antwortete Pim. Mipp sah Pim zögernd an. „Jeder würfelt mit beiden“, sagte er dann und Pim nickte. Mipp ließ die Würfel durch die Luft wirbeln und würfelte eine Sieben. Pim nahm die Würfel vom Boden auf und schüttelte sie in ihren Händen. „Warum würfeln wir eigentlich?“ „Wir würfeln, wer den ganzen Käse aus der Kiste bekommt.“ Pim sah Mipp verwirrt an. „Also lassen wir sie nicht zu?“ „Naja, wir können sie ja schlecht für einen anderen hier lassen.“ Das stimmte. Würden sie so etwas tun, würden sie jeder Goblinlogik zu wider handeln. Pim spuckte auf die Würfel. „Ih! Die sind aus den Zähnen meines Großvaters gemacht. Da kannst du doch nicht einfach Spucke … Moment…“ Mipp kratzte sich am Kopf und Pim ließ die Würfel fallen. Eine Elf. Mit einem zufriedenen Ausdruck in den Augen sammelte Pim die Würfel ein und gab sie Mipp mit einem Grinsen. „Merk‘ dir das für’s nächste Mal. Spucke hilft immer.“ „Du hast sie durch deine Spucke manipuliert“, grummelte Mipp.

Pim drehte sich nun zu der Truhe und wackelte mit ihren Fingern vor Vorfreude in der Luft. Einen winzigen Moment lang gab sie sich der Vorstellung hin, dass wirklich alles in dieser Truhe sein könnte, ehe sie beide Hände auf die Kiste legte, welche ein Knarren von sich gab, als sie geöffnet wurde. Pim konnte Mipps Atem auf ihrer Haut spüren, als er dicht hinter sie trat und ihr gespannt über die Schulter blickte; sie selbst hatte den Atem angehalten. Silber leuchtete ihnen entgegen und ein Paar alte Handschuhe. Das war besser als nichts.

18.4.17 15:41, kommentieren

Eine seufzende Krabbe

„Kann es sein, dass du in letzter Zeit etwas vergesslich bist?“ fragte Mipp, als er seinen Hunger gestillt hatte. „Nein, warum?“ „Weil du ständig dein Gewehr irgendwo liegen lässt. Und Scub musst du auch ständig suchen!“ Mipp machte eine kurze Pause. „Und ständig sagst du ständig!“ Pim schmunzelte bei den Worten und beugte sich dann etwas über den Tisch, um hinter vorgehaltener Hand zu Mipp zu sprechen. „Scub sitzt unter der Treppe, aber psst!“ Die Krabbe liebte es Verstecken zu spielen und Pim wollte nicht als Spielverderberin dastehen. Jeder schöne Moment geht jedoch vorüber, da gibt es auch für Krabben keine Ausnahmen. „Scub, an die Arbeit,“ rief Pim wenig später, als sie bereit waren, aufzubrechen. Vor dem Gasthaus verrieten nur noch die glänzenden Steine, dass es am Abend zuvor geregnet hatte. „Also, was liegt an?“ fragte Pim, als sie ihren Blick zum Himmel und dann zu Mipp schweifen ließ. Dieser entfaltete bereits die Landkarte und hielt sie so, dass auch Pim hineinsehen konnte. Dann fuhr er mit seinem Finger über das Hafengebiet und tippte an einen Punkt. „Da sollen wir uns melden.“ „Gut.“„Dann geh du mal vor, mit deinen guten Augen.“ „Aber du hast die Karte, du musst vorgehen.“ „Du weißt ja jetzt wohin!“ „Das kann ich mir nicht merken.“ […]

Hätte Scub gekonnt, hätte sie geseufzt, als sie den beiden Goblins gemächlich folgte.

17.4.17 16:39, kommentieren